Der Grund warum wir meckern

Warum meckern wir?

Habt ihr euch auch schon öfter mal die Frage gestellt, warum wir selber und auch die Personen um uns herum immer nur meckern? Sätze, wie „…das Problem ist“. „Der hat gemacht…“. „Der Idiot…“.

Wer meckert, möchte sich mitteilen. Gespräche oder Diskussionen sollen daraus entstehen. Da heutzutage das Interesse an den Aussagen, mir geht es gut, weil… bei den meisten uninteressant wird, finden wir lieber einen Grund, uns über Kleinigkeiten aufzuregen und somit das Gegenüber in ein Gespräch/Diskussion zu verwickeln. Bei negativen Geschichten hat komischerweise immer jemand etwas zu sagen oder ein Geschehnis, welches die gerade gehörte Story übertrumpft. Aber bei positiven? Außer „super“ und Glückwunsch…kommt da nicht viel. Dabei ist das noch nicht ein mal böse gemeint, denn jedem schwirren so viele Gedanken im Kopf herum.

 

Bin ich wirklich betroffen?

Finger SchuldzuweisungDie nächste Frage ist, warum muss ich mich überhaupt so viel aufregen? Meint der Herr an der Rampe das wirklich so, oder ist auch nur er ein Mensch und hat mal schlechte Laune? Faktoren wie Streit mit der Frau, das Auto ist kaputt gegangen, man wurde vom Vorgesetzte angebrüllt oder die Schwiegermutter will über das Wochenende kommen, können mal zu verbalen Ausrutschern führen. Ganz normale Situationen, die jedem hin und wieder auf die Stimmung drücken können. Natürlich muss sich keiner blöd von der Seite anmachen lassen. Aber was könnten wir alles sehen, wenn wir erst einmal einen Schritt nach hinten machen und uns folgende Fragen stellen. Diese Fragen habe ich in einem Buch von Alexander Hartmann gefunden und wurde davon inspiriert.

 

1. Worauf konzentriere ich mich? (Auf das Meckern oder Schimpfen? Oder doch lieber auf anderen Dinge, die mich erfreuen?)Smileys

2. Was bedeutet das für mich? (Ist das für mich relevant, wenn er mich angreift? Habe ich etwas falsch gemacht? Wer sich hier die Frage mit Nein beantworten kann, hat also nichts zu befürchten)

3. Wie reagiere ich darauf? Zurück brüllen? Oder ihn einfach links liegen lassen? Eigentlich ist der Tag und auch das Leben viel zu schön um sich aufzuregen.

 

Natürlich weiß ich, dass das nicht immer so funktionieren kann. Und ich selber bekomme das auch nicht immer hin. Aber nachdem ich mir gerade in unfairen Situationen diese drei Fragen gestellt habe, ist mir aufgefallen, dass ich Situationen aus einer ganz anderen Sichtweise betrachten kann (wenn ich möchte). Frei nach dem Motto „lass die anderen doch reden“.

Überlegt euch mal in ruhiger Minute, wann ihr euch unnötig aufgeregt habt. War es das wirklich Wert sein eigenes Leben um Minuten zu verkürzen? Die Antworten liegen meistens ziemlich nah.

 

Erfahrungen verarbeiten

Nach einem längeren Auslandsaufenthalt in Süd- und Mittelamerika mit unglaublich vielen positiven und negativen Eindrücken kam ich zurück nach Deutschland. Seit dem fing ich an, mich Südamerikagenauer in meiner Umgebung umzuschauen und sowohl meine Mitmenschen als auch materielle Dinge nicht mehr als selbstverständlich zu nehmen. Jeder hat sein Paket mit sich herum zu tragen. Aber ist dieses Paket wirklich so groß, dass wir meinen unter der Last brechen zu müssen? Oder müssen wir unsere Ungeduld, Unzufriedenheit und Last wirklich bei anderen auslassen, die des öfteren gar nichts dafür können? Gerade im Straßenverkehr fällt der Druck, unter dem die Menschen stehen, sehr negativ auf. Unfälle sind dabei oft die Folgen.

 

Der Andere oder Ich

Oftmals bringen wir uns, durch diesen Druck in unangenehme Situationen oder regen uns über Verkehrsteilnehmer auf, von denen wir wissen, dass diese sich gerade in eine unangenehme Lage begeben. Sind wir nicht betroffen, fragen wir uns säuerlich wofür diese Aktion jetzt gut war und ob der andere nun wirklich mehr Zeit dadurch gewonnen hat. Machen wir es selber so, fragen wir uns das allerdings nicht oder reden uns gerne damit raus, „das muss jetzt so, es gibt keine andere Möglichkeit“. Denn schließlich sind wir stets im Termindruck.

Wir, gerade Europäer neigen dazu, das Schlechte zum Guten werden zu lassen, wenn es uns selber betrifft, regen uns aber gerne über die anderen auf. Nachsichtigkeit und gerade Verständnis unserer Mitmenschen gegenüber rückt dabei immer weiter in den Hintergrund.

 

Der ultimative Test

Lasst uns einen Test machen und uns drei Situationen am Tag raus suchen, an dem wir normalerweise aus der Haut fahren. Lasst uns genau an dem Punkt, an dem wir uns bodenlos darüber ärgern, was wir selber oder die Anderen gerade gemacht haben, lieber kurz darüber nachdenken, warum wir oder der andere jetzt so reagiert. Was könnte der wirkliche Grund dafür sein, was zu dieser Handlung führt? Sind wir nicht alle Menschen und machen hier und da mal Fehler? Sind wir dann oft nicht selber froh, wenn jemand auf uns geachtet hat und kurzer Hand nur reagiert?

ZusammenhaltStellt euch in den drei Situationen die oben genannten Fragen und lasst euch überraschen von der Wirkung, die diese Überlegungen haben. Ich freue mich auch immer gerne über ein Feedback, welche Gedanken ihr plötzlich entdeckt, oder ob ihr sagt, das ist alles Humbug! Die einzige Bitte dabei ist, ehrlich zu euch selber zu sein.

Gemeinschaft, Zusammenhalt und Familie funktioniert nur zusammen und genau da müssen wir ansetzen, wenn wir langfristig etwas für uns selber, unseren Berufsstand und unsere Mitmenschen erreichen wollen. Denn wir sind alle nur Menschen und gemeinsam sind wir stark!

Findet hier eine kleine Geschichte, von einer Reise ins ferne Ausland, die mich über vieles nachdenken ließ und letztendlich zu diesem Bericht geführt hat.

Der Grund warum wir meckern